Gewächshausplanung

Ein paar Überlegungen zu Gewächshäusern

Am Markt gibt es eine große Anzahl von Anbietern und Varianten. Bevor man sich ein Gewächshaus nun zulegt, sollten einige Punkte überlegt werden:

1: Wie will ich das Haus Nutzen: liegt der Schwerpunkt im Frühjahr/Sommer, wo ich Jungpflanzen vorziehen will und diese dann im Haus auspflanze und im Winter Wintergemüse, Kräuter und ein paar Kübelpflanzen überwintern will. Oder ist es ein reines Überwinterungshaus für meine frostempfindlichen Pflanzen oder auch dient es zur Zucht und Aufbewahrung meiner Pflanzensammlung (Kakteen, Orchideen,…)

2. Daraus resultieren dann die Anforderungen an Größe, Höhe, Türen (Größe und Position) Lüftungsflächen (Ausrichtung und Ausgestalten) Lüftungssteuerung und Automatisierung,

3. Was immer übersehen wird: Größe des Nutzers. Eien zarte Person mit 1,5 Meter Körpergröße (und entsprechend wenig Armlänge!!) wird andere Haushöhen/Beetbreiten/Tischgreiten/.. angenehm bewirtschaften können als ein Hühne mit 2 Metern!!

 

4. Welchen Platz habe ich: Wie groß ist der mögliche Standort und so ergeben sich die möglichen Außenmaße. Wie ist die Lage im Garten, kann ich eventuell einmal vergrößern (Verlängern) Am Markt "schwirren“ ein paar Standardmaße umher, die in der Praxis oft zu den geplanten Nutzungsformen nicht passen:

Abmessungen:

Typische 3 Meter breite Häuser (verbreitete Raster - 2,7-3,2 Meter) sind eigentlich typische Überwinterungshäuser, bei dem vor allem im Winter Kübelpflanzen eingelagert werden. Bei 3 Meter Breite ist 1 Mittelgang, allerdings dann 2 relativ breite Beete an den beiden Seiten möglich. Zur Bearbeitung müssen Sie ins Beet steigen bzw. Stege vorsehen, da Sie über 1 Meter Tiefe nicht vom Mittelgang aus bearbeiten können. Auch rankende Pflanzen hängen bald über dem Gangbereich. Auch bei Abstelltassen ist es dasselbe Problem - Abstelltassen über 75 cm Tiefe sind nur von sehr großen Menschen zu bearbeiten, da sonst die Arme zu kurz werden. Dann bleiben wieder relativ große Mittelgänge übrig. Speziell im Winter ist aus wärmetechnischen Gründen ein breiteres Haus zu favorisieren. Je weniger Oberfläche im Verhältnis zur Innenfläche, desto geringer ist der Energiebedarf.

Bis 2,5 Meter breite Häuser sind typisch Häuser, bei denen ein Mittelgang angelegt wird und links und rechts Tassen oder Beete - entweder typische "Gemüsehäuser" oder Häuser mit Tassen (Kakteen, Orchideen,..) wenn nicht mehr Platz da ist oder benötigt wird.

4 Meter und breitere Häuser sind eigentlich typische Ganzjahreshäuser. Die Oberfläche im Verhältnis zur Nutzfläche/Volumen ist recht günstig. Breite Häuser haben den Vorteil, dass sich bei 2 Gängen (ab 40cm) 2 Seitenbeete bzw Seitentische und ein (oder über 5,5 Meter bis 6,5 Meter breite zwei...) Mittelbeet(e) bzw Mitteltische ausgehen. Kein Beet/Tisch ist dann so Tief, dass es nicht vom Gang aus bearbeitet werden kann. Zudem kann man beim Mittelbeet die Höhe des Hauses für rankende Pflanzen (Tomaten, Gurken,...) genutzt werden...

Zum Fundament: Am Markt tummeln sich so einige mehr oder weniger ernst zu nehmende Varianten herum. Gleich vorweg – ohne eine feste, frostsichere Verbindung zum Boden hat man nach spätestens einem Jahr die ersten Probleme, da spätestens nach dem ersten Winter durch das Heben und Senken aufgrund Frost alles verzogen ist. Diverse Rahmen sind besonders wenn auch in der kälteren Jahreshälfte das Haus genutzt werden soll keine Lösung, da sie zum einen selbst meist hervorragende Kälteleiter sind und zum Anderen nicht verhindern, dass der Bodenfrost von der Seite hineinstrahlt. Will man eine dauerhafte Lösung, so ist ein Betonstreifenfundament (Bzw ein isoliertes Fundament durchgängig auf Frosttiefe) die einzig brauchbare Lösung: Das Fundament sollte auf Frosttiefe - so je nach Boden 60-80cm tief und Isoliert ausgeführt werden. Die Isolierung (Bei Betonfundamenten) bedingt eine Abdeckung, um das Eindringen von Wasser zwischen Isolierung und Betonwand zu verhindern, ansonsten sprengt der Frost von oben sukzessive die Isolierung von der Betonwand und nach wenigen Jahren ist die Dämmwirkung dahin. Es ist im Sinne des Schutzes des Gewächshauses sinnvoll, dass das Fundament so 25cm aus der Erde ragen soll - damit man mit dem Glas aus dem Rasenmähersteinschlagbereich und dem Schmutzbereich (-erde spritzt bei Regen hinauf) heraußen ist. Ansonsten zumindest außen isolieren- ab 5cm XPS sind günstig, und dann noch eine Dränagefolie (Noppenkunststoffplatte). Eine zusätzliche Innenisolierung nach der Montage ist auch kein Nachteil. Die Fundamentabdeckung, damit das Fundament trocken bleibt, ist unbedingt notwendig (Nur leider bei fast allen Gewächshausherstellern nicht verfügbar. Zudem kann bei dieser Lösung selbst bei stärksten Stürmen nichts mehr passieren.

Klimatisierung: Ohne ein ordentliches Fundament kann man die Winternutzung wirtschaftlich vertretbar vergessen. Beim Gewächshaus muss man 2 Extreme beachten (Winter-Sommer), und zusätzlich eine entsprechende Lichtdurchlässigkeit zu gewährleisten, wobei besonders darauf zu achten ist, dass das gesamte Lichtspektrum inklusive UV-Licht ins Gewächshaus gelangt. Im Sommer hilft nur eines – Lüften: Praktisch alle bei uns gezogenen Pflanzen (außer einige wenige "Blüh"pflanzen und Orchideen) brauchen das direkte Sonnenlicht. Sie vertragen nur keine Überhitzung. Wenn jemand erzählt, die Sonne hätte seine Tomaten verbrannt, das hat er ein Lüftungsproblem, weil es im Haus weit über 50°C hat.

Es ist unabdingbar, dass bei den Kleingewächshäusern sowohl der First, als auch IMMER beide Seitenwände zu öffnen sind. Nur am Dach Fenster sind zu wenig, insbesondere an den Kritischen, weil windstillen Tagen im Juli/ August. Großgewächshäuser- bei denen aufgrund der Fläche nur Dachlüftungen mögliuch sind haben Traufenhöhen von 5 Meter und mehr- über enorme Höhen bekommt man dann die Hitze einigermaßen unter Kontrolle, und im Notfall mittels Zwangslüftung (Energieintensiv, LAUT!!). Die 30° Dachneigung haben sich als beste Alternative zwischen Winter – da währe ein Flachdach am günstigsten, da weniger (ungenutztes) Volumen zum Heizen und Oberfläche- und dem Sommer – je steiler desto besser – bessere Thermik, mehr Volumen- erwiesen. Im Sommer erwärmt sich die Luft unter den Gläsern, steigt durch die Dachklappen nach außen auf – zugleich saugt aber der Luftstrom von den Seiten frische Luft nach. Ohne die Seitenlüftung ist dieser Luftwechsel nur sehr eingeschränkt möglich und die Häuser überhitzen, selbst wenn die Dachklappen sehr großzügig dimensioniert sind. Als Notmaßnahme bleiben oft nur Ventilatoren oder Beschattungen zur Symptombekämpfung. Im Winter hingegen müssen die Öffnungen, seinen es Türen oder Lüftungsklappen gut schließen und dürfen nicht zufrieren. Als Alterungsbeständige, Schmutzunempfindliche und Frostunempfindliche Lösung eignen sich ausschließlich Bürstendichtungen, die auch bei Verschmutzungen (Gewächshaus und kein Wintergarten) dichten und bei etwas Pflege nicht altern uns aushärten. Zudem sollten alle Öffnungen überlappend ausgeführt sein – so wird verhindert, dass Alu in die Nähe von Alu kommt – zum einen Kältebrücke, zum Anderen bei Kondenswasser – was im GWH da sein muss, man braucht ja Luftfeuchten über 50% - kein Zufrieren möglich ist (Alu in der Nähe von Alu, 3 Tropfen Wasser und die Tür ist geschlossen)

Eine günstige Kombination ist auf der Wetterseite Seitenwandklappen, dem gegenüber am Dach die Dachklappen und an der 2. Seitenwand kann man frei wählen,hängt halt auch von Platz und geografischer Lage ab. Lüftungen alleine über das Dach sind in unseren Breiten nicht ausreichend.

Seitenwandklappen: Für diese Lösung spricht, dass diese sich zum einen automatisieren lassen, zum anderen auch die geringsten Ansprüche an die "Bedienung" stellen. Beidseitige Seitenwandklappen sind die Standardlösung für überwiegend für die Überwinterung genutzte Häuser, oft sogar an 2. Wohnsitzen, an denen im Winter niemand anwesend ist. Selbst bei manueller Steuerung verzeiht diese Lösung, wenn einmal vergessen, wird die Klappen zu schließen und es kommt ein Nachtfrost. Die Dachklappen, immer automatisch, schließen und dadurch ist der (Im Sommer gewünschte) Kamineffekt unterbrochen. Die kalte Luft ist im Außenbereich in Bodennähe und kommt nicht über die höher gelegene Fensteröffnung hinein.

Klappelemente: sofern der Platz da ist, DIE Lösung für regenempfindliche Sommerkulturen. Die Klappelemente werden grundsätzlich nach Beendigung der Frostperiode (je nach Lage April-Mai) geöffnet und vor beginn der ersten Fröste geschlossen. In den Sommermonaten braucht man kein Gewächshaus, sondern einen Wetterschutz, ein Dach. Mit den Klappen erzielt man zum einen eine maximale Lüftungsfläche, zum Anderen wird die Gewächshausbreite (Dachfläche) um je nach Ausführung rund 1,5 Meter breite vergrößert. Bei einem 4 Meter langen Haus gewinnt man zum Beispiel 6m² überdachte Beetfläche. Die Klappen sollten nicht in die Hauptwindrichtung zeigen. Das Problem ist nicht die Konstruktion. Die Klappen müssen im Boden verankert werden. Wenn der Wind ins Haus einfährt, dass "räumt" er drinnen auf. Die Pflanzen würden leiden, das Haus nicht.

Schiebeelemente: Bieten die Möglichkeit, rasch 50% der Seitenwandfläche zu öffnen und so eine großzügige Lüftung zu ermöglichen, trotzdem verzichtet man nicht auf die Möglichkeit, bei Bedarf (In der Übergangszeit) rasch wieder Öffnungen zu schließen. Zudem ist die Möglichkeit, Schiebeelemente und Klappelemente zu kombinieren eine ideale Lösung für spezielle Fälle:. Das hat den Zweck, bei der Lüftung des Hauses keine Kompromisse (vor allem in der Übergangszeit) machen zu müssen, und wenn nötig sogar im Winter zusätzliche Dachflächen zur Verfügung zu haben. Zum Beispiel für winterharte Kakteen, die zwar frost, aber nicht die viele Feuchtigkeit im Winter in unseren breiten vertragen.